»Voll-Guter-Hoffnung«

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Geburtsbericht von Anneli

Nachdem ich Dorothea zum ersten Beratungsgespräch in der Schwangerschaft meines 4.Sohnes Paul kennenlernen durfte, hat die Chemie von Anfang an gepasst. Ich durfte nun die 2. Hausgeburt mit ihr erleben und Dank der vielen Gebete ein wunderschönes, kleines Mädchen zur Welt bringen. Wobei sie sich doch eher selbst auf die Welt gekämpft hat. In dieser Schwangerschaft war alles anders und ich musste lernen geduldig zu sein. Etwas, das mir sehr schwer fiel zumal ich alle Jungs vor dem Termin entbunden habe. Außerdem steckte mir die Geburt meines 4. Kindes noch in den Knochen und dementsprechend hatte ich Respekt vor der kommenden Geburt.

 

Zwischen Kind Nr. 3 und 4 lagen allerdings 7 Jahre und somit war es doch 2016 wieder wie eine erste Geburt...Sehr kräftezehrend und für mich schmerzhaft. Mit der Angst, dass es bei meinem 5. Kind wieder so wird und es wieder so groß ist, ging ich also in diese Schwangerschaft. Unsere kleine Anneli war von Anfang an eine kleine Überraschung, denn geplant hat sie nur unser lieber Papa im Himmel. Ich hatte sehr schwer in den letzten Wochen der Schwangerschaft zu tragen und ich sehnte ein Ende herbei. Vor allem weil ich hoffte, dass ein kleineres Kind leichter zu entbinden sei. Aber Anneli machte uns einen Strich durch die Rechnung und wartete noch bis zum 6. Tag über dem Termin um zu uns zu kommen. Dann aber mit solch einer Kraft,  wie ich sie noch nie von einem meiner Kinder erfahren durfte. Ich wünschte mir so sehr alles planen zu können und den richtigen Zeitpunkt wählen zu können, um von meiner allerersten traumatischen Geburtserfahrung geheilt zu werden.

 

Es sollte unbedingt eine Wannengeburt werden. Zu Hause, wenn alle Kinder in der Schule waren und vormittags. Bei uns ging seit Tagen alles drüber und drunter. Der Jüngste war das erste mal seit 1,5 Jahren krank und auch mein Mittlerer, mein Mann und ich hatten eine starke Erkältung mit Fieber. Der kleine war an diesem Tag besonders anstrengend und schlief erst gegen 21 Uhr unter Tränen ein. Mein Mann und ich redeten noch kurz und dann schlief ich neben ihm tief und fest für 1 h bis Paul uns mit Schreien wieder weckte. Ich ging zu ihm rüber, um ihn zu beruhigen, als ich wieder einmal heftig husten musste und es platschte und ich Flüssigkeit verlor. Sofort drehten sich meine Gedanken...Ein Blasensprung! Die Angst kroch in mir hoch. Ich rannte auf Toilette und sah nach. Eine trübe Flüssigkeit mit etwas Blut. Jetzt geht es los! Ausgerechnet heute. Hatte Gott meine Gebete nach einer schnellen und guten Geburt überhört. Ich begann am ganzen Körper zu zittern und holte meinen Mann. Er beruhigte den Kleinen und ich rief Dorothea an. Sie meinte, dass ich ohne Wehen erst einmal ins Bett gehen soll und mich melde, wenn ich Wehen hätte. An Schlaf war nicht zu denken und so rief ich meine Schwester,  die mir zugesagt hatte, dass sie auf die Kinder aufpasst, sollte es in der Nacht losgehen. Sie kam innerhalb einer viertel Stunde. Der Blasensprung war gegen 22:30 und die erste Wehe kam ca 1 h später. Die nächste nach 5 min.

 

Da alle meine Geburten mindestens 6 h dauerten, wollte ich noch warten, bis wir Dorothea wieder anriefen. Ich ging auf Toilette ca. gegen 24:00 und dort wurden die Wehen plötzlich sehr stark...Ich wollte in die Wanne, aber nachts gibt es bei uns nur kaltes Wasser. Ich stieg trotzdem hinein, weil ich das Gefühl hatte, dort sicher zu sein und alle Ausscheidungen verlieren zu können, die dem Babykopf weichen müssen auf dem Weg nach draußen. Meine Schwester kam herein und rief entsetzt meinen Mann, er soll sofort Dorothea anrufen, ich hätte gleich Presswehen. Mir war das gar nicht so bewusst. Ich konzentrierte mich auf das Kind und wie es sich ohne mein Zutun kraftvoll durchs Becken schob.  Irgendwann hörte ich Dorothea, die mich mit ihrer ausgeglichenen Art sehr beruhigte. Sie untersuchte mich und ich konzentrierte mich weiter auf mein Baby, dass ich mit Gebeten anfeuerte sich durch mein Becken zu schieben und mir das abzunehmen, was ich in meiner Erschöpfung nicht mehr leisten konnte.

Als ich fast keine Kraft mehr hatte, spürte ich den Drang mich in den Vierfüßlerstand zu begeben, wo dann nach 3 oder 4 Wehen der Kopf geboren war....Dann noch einmal mitpressen und es war geschafft.

 

Dorothea nahm ein Handtuch und rubbelte mein Neugeborenes ab bis es zu japsen begann und dann schrie. Welch eine Erleichterung!  Alle freuten sich. Es war ein wunderschöner Augenblick. Dorothea wusch mich noch ganz liebevoll und dann kamen die Großen zum Bestaunen ins Bad. Die Hebammenkollegin Anke konnte es leider nicht ganz bis zur Geburt schaffen, aber am Ende fügte sich alles in einen guten Plan für unsere Familie. Geduld zahlt sich aus und ich danke meiner lieben Hebamme Dorothea, dass sie uns nicht nur als Hebamme, sondern auch mit ihren Gebeten begleitet hat. Es war ein wunderschönes und heilsames Geburtserlebnis.

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