Geburtsbericht von Kuno

Schon etwa zwei Wochen vor Kunos Geburt hatte ich immer wieder leichte Unterleibsschmerzen, die teilweise bis ins rechte Bein ausstrahlten. Am Abend des 25. Juni saßen mein Mann, eine Freundin und ich noch ganz entspannt draußen. Alles war wie immer – dass Kuno am nächsten Tag kommen würde, ahnten wir noch nicht.

Gegen 3:30 Uhr am 26. Juni begannen die ersten Wehen. Anfangs kamen sie alle zehn bis 15 Minuten und waren noch gut zu veratmen. Im Laufe des Morgens wurden sie regelmäßiger und stärker. Als ich gegen 7 Uhr meinen Mann und meine Tochter weckte, sagte ich: „Kuno kommt heute vielleicht.“

Trotzdem brachte ich meine Tochter noch in die Kita. Als ich gegen 8 Uhr wieder zu Hause war, kamen die Wehen bereits alle drei bis vier Minuten, und ich musste mich ganz auf das Veratmen konzentrieren.

Ich war zunächst unsicher, ob ich Dorothea schon anrufen sollte. Bei meiner ersten Geburt hatten die Wehen schließlich auch wieder aufgehört. Mein Mann überzeugte mich schließlich davon, um 8:46 Uhr anzurufen. Kurz darauf machte sie sich auf den Weg. Wenig später kam auch Anke dazu.

Die folgenden Stunden waren sehr intensiv. Ich wechselte zwischen verschiedenen Positionen, stand am Schrank oder lag auf dem Sofa. Mein Mann und die Hebammen waren die ganze Zeit an meiner Seite, reichten mir etwas zu trinken und sorgten dafür, dass ich mich sicher fühlte. Zwischendurch schlief ich sogar immer wieder kurz ein.

Während der gesamten Geburt konzentrierte ich mich darauf, dass jede Wehe eine Wehe weniger bedeutete, bis ich unser Baby endlich in den Armen halten konnte. Dieser Gedanke half mir, die intensiven Wehen anzunehmen. Gleichzeitig freute ich mich immer mehr auf den Moment, in dem Kuno endlich geboren sein würde.

Gegen 14:30 Uhr wurde noch einmal mein Muttermund kontrolliert. Dorothea erklärte uns, dass Kuno noch nicht richtig im Becken lag. Wir probierten verschiedene Positionen aus, um ihm dabei zu helfen. Als ich kurz darauf zur Toilette gehen wollte und aufstand, rutschte Kuno plötzlich tief ins Becken. Der Schmerz war überwältigend.

Die Hebammen bereiteten sofort alles für die Geburt vor. Ich konnte mich an meinem Mann festhalten und bei den nächsten Wehen mitpressen. Die Geburt ging nun sehr schnell. Ich presste mit aller Kraft und wurde dabei von Dorothea und Anke ruhig und liebevoll begleitet.

Während einer Wehe platzte die Fruchtblase, was mich zunächst erschreckte. Kurz darauf wurde Kunos Kopf geboren, und sein Körper folgte ganz schnell.

Dann war er da.

Kunos Kopf war zunächst ganz blau, und er brauchte einen kleinen Moment, bis er zu schreien begann. Ich fragte sofort, ob alles in Ordnung sei. Dorothea und Anke blieben ganz ruhig und versicherten mir, dass alles gut sei. Kurz darauf hörten wir seinen ersten kräftigen Schrei.

Ich nahm Kuno mit ins Wohnzimmer, und wir kuschelten uns gemeinsam auf das Sofa. Kurz vor 15:30 Uhr durfte ich selbst die Nabelschnur durchschneiden. Das erste Stillen klappte zunächst noch nicht, doch später zeigte mir Dorothea ganz in Ruhe, wie ich Kuno richtig anlegen konnte. Schließlich trank er zum ersten Mal.

Anke verabschiedete sich später, während Dorothea noch bei uns blieb und mich auch bei den ersten Toilettengängen unterstützte.

Am Abend teilten wir unserer Familie mit: Kuno ist da – und alles ist gut.

Die Hausgeburt war für meinen Mann und mich eine unglaublich intensive, kraftvolle und besondere Erfahrung. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher und gut aufgehoben gefühlt. Dorothea und Anke haben mich mit viel Ruhe, Vertrauen und Einfühlungsvermögen begleitet und mir genau die Unterstützung gegeben, die ich gebraucht habe.

Für uns war es wunderschön, Kuno in vertrauter Umgebung und begleitet von zwei Menschen, denen wir vertrauen, willkommen heißen zu dürfen.

Nico und Selma aus Neumark OT Reuth